Organisatorischer Treiber

Warum tun wir, was wir tun? Wozu arbeiten wir zusammen? Wir handeln aus unterschiedlichen Motiven heraus. Wenn es uns gelingt, diese Motive unserer Zusammenarbeit als Treiber unserer gemeinsamen Tätigkeit zu beschreiben, schaffen wir damit eine wichtige Voraussetzung für gelingende Zusammenarbeit.

Davon sind manche uns bewusst, andere nicht. In der Sprache von Sociocracy 3.0 bezeichnen wir diese Motive als Treiber. Nicht alle Treiber sind aus Unternehmenssicht relevant. Diejenigen, die von den Mitgliedern der Organisation als relevant betrachtet werden, werden als organisatorische Treiber bezeichnet.

The purpose of a system is what it does.

Stafford Beer

Treiber machen sich zunächst als undefiniertes Bauchgefühl bemerkbar, das als Spannung wahrgenommen wird – als Spannung zwischen dem jetzigen Zustand und einer möglichen Verbesserung. Eine Solche Spannung kann positiv oder negativ wahrgenommen werden – Freude oder Angst, Begeisterung oder Ärger.

Doch zunächst fällt es schwer, diese Spannungen in der Gruppe zu teilen und damit einer gemeinsamen Bewertung zugänglich zu machen. Durch eine bewusste Objektivierung ihrer Ursache schlagen wir diese Brücke. Die individuelle Intuition der Mitglieder wird auf diese Weise der kollektiven Intelligenz der Organisation zugänglich. Damit ist das Beschreiben organisatorischer Treiber ein einzigartiges Werkzeug zur Entwicklung organisationsweiter Agilität.

Die Motive unserer Zusammenarbeit formulieren

Ich habe beobachtet, dass _. Das ist für unseren Betrieb wichtig, denn _. Wir benötigen _. Dadurch _ und _.
Vorlage zur Beschreibung eines Treibers

Wie knapp oder ausführlich ein Treiber beschrieben wird, hängt davon ab, mit wem er geteilt und von wem er verstanden werden soll. Die Gewaltfreie Kommunikation befasst sich mit der Herausforderung, Handlung auf Gefühle und Bedürfnisse zurückzuführen. Sie setzt für diese Aufgabe die Trennung von Beobachtung und Interpretation voraus. Für die Beschreibung von Treibern adaptiert Sociocracy 3.0 diese Herangehensweise.

Die Ist-Situation wie auch der wünschenswertere zukünftige Zustand werden sowohl in einer objektiven als auch in einer subjektiven Dimension beschrieben:

  • Die Situation, wie sie sich darstellt und meine Interpretation davon, was diese Analyse bedeutet
  • Was die Organisation demzufolge benötigt und welche Auswirkung sich daraus ergeben soll.

Es besteht keine Vorschrift über die Formulierung eines Treibers. Entscheidend ist, dass er die Motive unserer Zusammenarbeit klärt: Wozu arbeiten wir zusammen? Für den Start kann einen einfache Vorlage hilfreich sein: Ich habe beobachtet, dass _. Das ist für unseren Betrieb wichtig, denn _. Wir benötigen _. Dadurch _ und _.